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KUNST Ausstellung von Christian Awe ‚Jeux d´Eau‘ in der Galerie Supper, Baden-Baden

von Bettina Krogemann

 

Christian Awe (*Berlin 1978), 'Jeux d´Eau', 2017. 180 x 180 cm.

 Aus der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Supper, Baden-Baden.

© Christian Awe. Foto: Courtesy of the Artist & Galerie Supper, Baden-Baden.

 

26 Arbeiten des Berliner Malers Christian Awe aus den Jahren 2016 und 2017 sind derzeit in der Galerie Supper in Baden-Baden zu sehen. Die Ausstellung paßt perfekt zur Jahreszeit, in der Wasser zu den größten Freuden der Menschen zählt. Es zieht uns zur Sommerfrische an das Meer, an die Seen. Das Element Wasser spielt  im Werk von Christian Awe nicht nur im Sommer, sondern generell eine zentrale Rolle.

 

Täuschend echt und zugleich spielerisch leicht wirken die großformatigen malerischen Variationen auf das Thema Wasser von Christian Awe. Seine Gemälde sind abstrakt, aber was das Motiv Wasser betrifft, so sind sie auch illusionistisch, denn steht man ihnen gegenüber, wirken sie wie gemaltes Wasser. Awe arbeitet mit farbintensiven, strahlenden Acrylfarben. Durch übereinander aufgetragene Malschichten, durch Schlieren und sicher gesetzte Farbspritzer bringt er Leben und spannende Bewegung in die fast monochromen, abstrakten Bildgründe. Besondere Vitalität verleiht Awe ihnen durch seine raftvollen „Splashes“, farbige Rinnsale, die über die Leinwand fließen und darunter liegende Bildebenen bedecken. Diese haben keinen gesetzten Duktus, es sind Tropfen oder Farbspritzer, die den Eindruck erwecken, als seien sie zufällig da, wo sie sind. Sie zeugen von unmittelbarem Ausdruck, von starker visueller und emotionaler Expression.

 

Ansicht der Ausstellung 'Jeux d´` Eau' in der Galerie Supper, Baden-Baden.

Foto:  Courtesy Galerie Supper, Baden-Baden.

 

 

Wasser ist für Christian Awe jedoch nicht nur ein rein formal auszulotendes Motiv, es ist für ihn sowohl ein zeitloses Symbol des Puren, der Reinheit. Es ist Ursprung des Lebens an sich. Gleichsam kann es für Zerstörung und Bedrohung stehen, wenn es als unzähmbare Naturgewalt zur Wirkung kommt. Der sozial sehr engagierte Künstler denkt dabei aktuell auch an die Abertausende von politischen Flüchtlingen, die ihre Heimat verlassen und sich auf einen langen, gefährlichen Weg über Wasserwege, etwa über das Mittelmeer, begeben müssen, um in ein sicheres Land zu gelangen. Wasser schenkt Leben, Wasser kann aber auch Leben nehmen. Im Kontext des aktuellen Weltgeschehens sollen Awes 'Wasserspiele' auch zur Diskussion anregen.

 

 

Christian Awe im Malprozess. Foto © Bernd Borchardt. Foto:  Courtesy Galerie Supper, Baden-Baden.

 

 

Christian Awe wurde 1978 in Berlin geboren und studierte an der UdK in Berlin bei Georg Baselitz und als Meisterschüler bei Daniel Richter Malerei. Seine Werke waren in bedeutenden internationalen Institutionen wie dem Massachusetts Museum of Contemporary Art und dem Salsali Private Museum in Dubai zu sehen. Neben verschiedenen internationalen Ausstellungen und Residences – unter anderem an der Princeton University, USA – engagierte sich Christian Awe für eine Vielzahl von Sozial- und Kulturprojekten, hielt Vorträge und unterrichtete interdisziplinär an Bildungseinrichtungen, Hochschulen und Universitäten.

 

 

Die Ausstellung 'Jeux D´Eau' ist seit dem 2. Juni 2017 in der Galerie Supper, Baden-Baden, zu sehen (Laufzeit  bis zum 23. Juli 2017). Preise für großformatige Wasserbilder beginnen bei rund 10.000 Euro, Großformate können bis zu 19.500 Euro kosten. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Galerie: www.galerie-supper.de