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DESIGN: Das Grassi Museum lässt Blumen sprechen ... Zur Ausstellung 'Blumen Flowers Fleurs'

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Emile Gallé, Vase anémone Emile Gallé, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Dass Blumen, Blüten und Blätter zu den beliebtesten Dekormotiven in der Kunstgeschichte zählen, weiß jeder, der mit ihr in Berührung gekommen ist. Nicht selten beschäftigen sich Porzellanexperten oder Jugendstil-Enthusiasten heute als erstes mit der Bestimmung der Pflanze, die auf der Wandung eines Gefäßes zu sehen ist und können daran schon sehr viel ablesen. Den von Gestaltern favorisierten Blumen und Blüten als Ornament in der Angewandten Kunst geht nun eine Ausstellung mit mehr als 300 Exponaten aus fünf Jahrhunderten im Leipziger Grassi Museum nach. Ab Samstag ist die Ausstellung für fast ein Jahr zu sehen. Sie zeigt: Der Bann der Blume als Zierde ist bis heute ungebrochen …

 

Der Großmeister der Jugendstil-Glaskunst Emil Gallé studierte nach seinem Abitur nicht nur Philosophie, Zoologie und Mineralogie, sondern auch Botanik, bevor er die wichtigste Glashütte der berühmten École de Nancy aus der Taufe hob. Gallé-Vasen kommen selten ohne Blüten aus, mal sind sie in Überfangglas geschnitten, mal als Atelierstücke ‚Grand Genre‘ in der aufwendigen Pâte-Sur-Verre-Technik gestaltet. Die Porzellanmanufaktur Meissen ließ Blumen nicht nur auf Wandungen malen. Im Rokoko formte sie Blumensträuße sogar plastisch aus und ließ jedes einzelne Blatt farbig staffieren. Diese Blumensträuße waren regelrechte Augentäuschungen und sehr filigran, was sie besonders kostbar machte. Das Thema Blumen in Kunstgewerbe und Design ist äußerst vielgestaltig und abwechslungsreich. In der aktuellen Leipziger Ausstellung setzt die Kuratorin Ute Camphausen dem Sammlungsschwerpunkt des Hauses entsprechend den Fokus auf Meissener Porzellane, die mit der Schenkung der Kollektion Diethard und Regina Lübke ins Haus kamen, ferner auf Objekte aus der Epoche der Art Nouveau, darunter Beispiele von Emile Gallé, Max Laeuger, Edmond Lachenal und Vilmos Zsolnay.  Ostasiatische und orientalische Beispiele werden den westlichen und europäischen Stücken gegenüber gestellt.

 

Ausstellung  ‚Blumen Flowers Fleurs‘, 4.11.2017 bis 14.10.2018.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://www.grassimuseum.de/ausstellungen/aktuell/blumen.html