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Das CrankoFest in München beginnt am 2. Februar

Polina Semionova und Maxim Chashchegorov in Crankos 'Onegin'.

Foto: © W. Hösl, Courtesy: Bayerisches Staatsballett München

 

Romeo und Julia, Onegin und Der Widerspenstigen Zähmung bilden (…) eine der Säulen des Münchener Ballett-Repertoires‘ schrieb der ehemalige Dramaturg des Bayerischen Staatsballett Wolfgang Oberender in seinem sehr lesenswerten Aufsatz John Cranko in München, der 2008 veröffentlicht wurde. Während Romeo und Julia stets auf dem Münchener Spielplan seinen Stammplatz hatte, ist Crankos Der Widerspenstigen Zähmung erneut seit Herbst letzten Jahres zu sehen. Die Wiederaufnahme von Onegin wird am 2. Februar 2018 begangen – damit sind die ‚Säulen des Münchener Ballett-Repertoires‘, die Oberender benannte, wieder fest verankert. Anlaß dafür ist das ‚CrankoFest‘, das die Münchener Compagnie im Februar intensiv feiern wird.    

 

Beweggrund für das ‚CrankoFest‘ sind zwei wichtige Jubiläen: Vor 50 Jahren wurde John Cranko Chefchoreograph in München. Gleichzeitig erinnert das Fest noch einmal an seinen 90. Geburtstag im August 2017. Das Bayerische Staatsballett konzentriert sich in seinen Februar-Aufführungen ausschließlich auf die drei von Oberender genannten Meisterwerke Crankos. Neben dem Stuttgarter Ballett ist das Bayerische Staatsballett mit den Wiederaufnahmen von Onegin und Der Widerspenstigen Zähmung nun die einzige Compagnie, die alle drei großen Handlungsballette des Choreographen im ständigen Repertoire hat.

 

Neue Wiederaufnahme: Mit Spannung und Vorfreude wird 'Onegin' erwartet

Entstanden im Jahre 1965 nach der literarischen Vorlage von Alexander Puschkin erzählt das Ballett  die Geschichte der jungen Tatjana, die sich in den herablassenden Dandy Onegin verliebt und von ihm zurückgewiesen wird. Die Münchener Erstaufführung von Onegin fand am 20. Juni 1972 statt, in der Onegin mit Heinz Bosl, Lenski mit Ferenc Barbay, Olga mit Gislinde Skroblin und Tatjana mit Kostanze Vernon besetzt waren. In über vierzig Jahren Aufführungsgeschichte gaben in München viele große Ballerinen, darunter Eva Evdokimova, Evelyn Hart, Lucia Lacarra und Polina Semionova der Tatjana Gestalt, deren Wesen im Verlauf des zweieinhalbstündigen Tanzes eine Entwicklung vom naiv-verträumten Teenager zur reifen Frau durchläuft, die ihr Leben schließlich in kontrollierten, rational begründeten Bahnen lenkt. Am 2. Februar ist Onegin nach dreijähriger Pause nun wieder in München zu sehen.

 

Ksenia Ryzhkova und Yonah Acosta in Crankos 'Der Widerspenstigen Zähmung'.

Foto: © W. Hösl, Courtesy: Bayerisches Staatsballett München.

Der Widerspenstigen Zähmung

Nach fünf Jahren Pause brachte Ballettdirektor Igor Zelensky Anfang der Saison 2017 / 2018 die erfolgreiche Ballettkomödie Der Widerspenstigen Zähmung zurück auf die Bühne des Nationaltheaters. John Cranko schuf das Werk im Jahre 1969, als er neben der Stuttgarter Compagnie auch das Münchner Ensemble leitete, auf der Grundlage von Shakespeares berühmter Renaissance-Komödie. In Stuttgart uraufgeführt, wurde sie dem Münchener Publikum am 25. März 1976 erstmals vorgestellt. In der Premierenvorstellung tanzte abermals Konstanze Vernon, die die Titelpartie der Katharina übernahm, Peter Breuer war als Petrucchio zu sehen, Gislinde Skroblin und Ivan Liška als Bianca und Lucentio. Das Werk ist eines von John Crankos erfolgreichsten Handlungsballetten und amüsiert die Zuschauer nun seit fast 40 Jahren auf der Bühne des Bayerischen Staatsballett.

 

Romeo und Julia

Der Cranko-Klassiker Romeo und Julia setzt einen weiteren Akzent in der CrankoFest-Zeit. 1962 für das Stuttgarter Ballett kreiert, im Herbst 1968 von Cranko in München einstudiert, feierte man die Münchener Premiere am 12. November desselben Jahres mit Kostanze Vernon, Heinz Clauss, Heinz Bosl u.a. Seit gut 50 Jahren steht die im klassischen Vokabular choreographierte Liebestragödie, getanzt zur Musik von Sergej Prokofjew in der Raumgestaltung von Crankos favorisiertem Bühnenbildner Jürgen Rose auf dem Spielplan der Compagnie. Der Bann dieses Balletts ist bis heute ungebrochen.

 

 

Ksenia Ryzhkova, Matteo Dilaghi und Jonah Cook in Crankos 'Romeo und Julia'.

Foto: © W. Hösl, Courtesy: Bayerisches Staatsballett München.

 

Termine ‚Onegin‘  im Nationaltheater

 

Fr, 2. Februar, 20 Uhr

So, 4. Februar, 18 Uhr

Mi, 7. Februar, 19:30 Uhr

 

Termine ‚Der Widerspenstigen Zähmung‘im Nationaltheater

 

Do, 22. Februar, 19:30 Uhr

Fr, 23. Februar, 19:30 Uhr

 

 

 

Termine ‚Romeo und Julia‘im Nationaltheater

 

Fr, 9. Februar, 19:30 Uhr

Mo, 12. Februar, 19:30 Uhr

Sa, 17. Februar, 19:30 Uhr

 

 

Weitere Informationen  finden Sie unter

https://www.staatsoper.de/staatsballett.html

 

 

Literatur: ‚John Cranko: Der Choreograph und seine Arbeit in München‘, Hrsg. Bayerisches Staatsballett, 1. Auflage April 2008.